MCU&NY07

nach langem wieder ein virtuelles lebenszeichen von mir. nachdem ein mensch gestorben ist den ich wirklich sehr gern hatte und alles in allem sehr schwer war aber auch schön war (danke isabel) bin ich nun in new york city.

ich stehe jeden morgen auf. nehme einen shuttle bus ins elmhurst district, im queens borough. ein bagel, ein coffee, die ID durch die sicherheitstüren sliden und betrete meinen arbeitsplatz. ein langer gang und nochmal sliden. dann der emergency room. das elmhurst hospital ist ein affiliated teaching hospital von der universität an der ich hier inskribiert bin, einem der besten spitäler der usa, der mount sinai school of medicine. in elmhurst herrscht das in den USA diversifzierteste patientenkollektiv. heute wurde ich von einer dolmetscherin gefragt ob ich wüsste wie man “ubuntu” schreibt. sie bräuche einen dolmetscher. einer von vielen.

also nach dem 2. ID card slide betrete ich den emergency room. ein raum voller polizei, feuerwehr, schussopfern, nurses, residents, betten, piepsen, ekgs, hektik, schreien und angst. schnell durch. erste rechts.
ich stehe vor einer hochsicherheitstür. 2 schlösser, ID slide, metalldetektor, nochmals Glastür.
danach bin ich drinnen, im PSYCH ER – dem psychiatrischen emergency room des elmhurst hospital. vom akut suizidgefährdeten wallstreet broker bis zur 20 jährigen mit an beinen und füßen befestigten handeschellen ist alles dabei. diese “routine”, einige immense offenbarungen im ärztlichen gespräch (“yeah, i was raped twice. from my fathers best friend. once when i was 18 and then again when i was 22″), und das bewusstsein dass es teilweise wirklich heftig zugeht in der welt, nur weiss einfach niemand davon runden einen vollkommenen und doch etwas fordernden vormittag ab.

lunchbreak.

mein supervisor juhi, eine herzhafte frau, deren mann ein executive bei meinem amerikanischen lieblingskanal HBO ist, holt mich und wir gehen vor die tür. dann 2 schwarze Vans. dunkle scheiben, kennzeichen, und das wars dann auch schon. wir sind 6 leute. je 3. social worker, notarzt, psychiater, kleinpöchlarner medizinstudenten und was sonst noch zum alltäglichen programm passt. rein in den wagen und los gehts. keine scrubs, kein kittel, nur das auto, eine ID, worte und hin und wieder auch law enforcement a.k.a polizei.

“so lukas, first we got this woman who didnt leave her house for like 4 years. she doesn’t want to be touched. she is highly neurotic, however, she managed that her neighbour, her son in law and various other relatives get all the stuff she needs for living. food and medication.”

unser fahrer bringt uns in die hintereste ecken von brooklyn, queens und den bronx. immer das gleiche. der schwarze van fährt vor. kurzer check-up. wer ist drinnen, besteht gewaltgefahr, diagnosen, prozdere, behandlung. türen auf. schnell raus und unbemerkt an die tür und klingeln. dann stille.

“hi there, it’s mobile crisis…from elmhurst”. von “i’ll be right there” und dann niemals öffnen bis zu wasserglasofferten war am heutigen tag alles dabei. diese erfahrung ist schwer in worte zu fassen. wenn ich bedenk dass erst der erste tag vorbei ist, bin ich gespannt was noch auf mich zukommt.

auf die fragen an dr. dopkin “if it’s any dangerous” kam aber zur beruhigung meiner eltern, von isabel und sonstigen gefährten nur keck und mit einem ordentlich grinsen folgendes:

“no lukas…not dangerous…………..just an eye-opener”

thank god.

About lukas

MD with entrepreneurial efforts
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  • georg

    Hallo Lukas!
    Konnte mich noch nicht dazu motivieren meinen Blog upzudaten, und jetzt wo ich deinen ersten Tag gelesen habe….
    Wow…
    Ich hoffe du wirst mit dem ganzen fertig, denn ich glaub so ein Tagesgeschehen wuerde mich ziemlich mitnehmen.
    Wie lange bleibst du in NY? bis ende september oder? bin mir nicht sicher…
    Na gut.. muss mich auch nochmal zu meiner Arbeit setzen. Machs gut! Liebe Gruesse Georg
    Ps: die email hab ich einfach schreiben muessen, obwohl ich lieber meine privaten emails auf meiner alten email habe ;)